Unsere Galerie


Im Erdgeschoss unseres Verlagsgebäudes befindet sich ein großer Showroom mit Galerie, der unsere Bücher und Kalender sowie insbesondere Originalfotografien unserer Fotografen in wechselnden Ausstellungen zeigt. Öffnungszeiten (nach telefonischer Vereinbarung): Montags bis Freitags, 14.00 bis 17.00 Uhr. Bei Interesse können Sie uns gerne anrufen: 0621-3288690.

 

Der Verlag hatte seinen Sitz zunächst in der Oststadt, ehe er 1991 nach G 7 zog. Damals firmierte er noch als Edition Quadrat – ein Name, der Programm war, hatte sich der Verlag doch zunächst auf Themen der Mannheimer Stadtgeschichte spezialisiert. Dieser Sparte ist er bis heute treu geblieben, und nach wie vor werden Bücher über die Quadratestadt unter dem Namen Edition Quadrat veröffentlicht. Die Edition mietete sich seinerzeit in das Dachgeschoss des Wohn- und Geschäftshauses G 7, 17 ein, ein stattlicher Bau von 1902. Von dort startete sie auch ihre weltweiten Aktivitäten und erweiterte ihr Angebot um Bildbände und Fotokalender im Panoramaformat. Fotografen und Autoren gingen in G 7, 17 ein und aus, und nicht selten wurden Gespräche und Verhandlungen auch im nahen Restaurant geführt. Irgendwann aber war das Dachgeschoss zu klein und es mußte über einen Umzug nachgedacht werden. 
Dass sie im Viertel bleiben würden, war für Bernhard Wipfler und Sebastian Wipfler keine Frage. Der Verlag sollte weiter mitten drin im Mannheimer Leben sein – nicht obwohl, sondern gerade weil dieses auch von Widersprüchen und Brüchen geprägt ist. Wie in anderen Quadraten der Gegend weht auch in G 7 manchmal ein rauer Wind. Das nahe Hafenviertel, der Jungbusch, genießt nicht gerade den besten Ruf, hat andererseits aber einen positiven Impuls erfahren, als weitsichtige Stadtplaner 2003 am Verbindungskanal die Popakademie Baden-Württemberg und das Existenzgründerzentrum Musikpark ansiedelten. In Mannheims Westen entwickelt sich seitdem ein neues, kreatives Potential. 
In unmittelbarer Nachbarschaft zu G 7 liegt auch „Klein-Istanbul“, wie die Mannheimer das von der türkischen Bevölkerung geprägte Wohn- und Geschäftsviertel in der westlichen Unterstadt nennen. In der Nähe zum jüdischen Gemeindezentrum und zu den christlichen Kirchen wohnen, leben und arbeiten türkische Familien, und am Luisenring erhebt sich eine der größten Moscheen Deutschlands. Mannheim ist hier im Besten Sinne eine multikulturelle Stadt. Bernhard und Sebastian Wipfler planten zunächst keinen Neubau, sondern wollten in größere Büroräume wechseln. Dann ließ sie das nur zwei Häuser vom damaligen Verlagssitz entfernte Anwesen mit der Adresse G 7, 14 nicht mehr los. Dort stand der traurige Rest eines einfachen Handwerkerhauses zum Abbruch bereit: Ein nach der Kriegszerstörung provisorisch instand gesetztes, zuletzt leer stehendes Anwesen mit eingeschossigem Vorder- und zweistöckigem Rückgebäude. Nachdem das Grundstück 2007 aufgekauft und das alte Gemäuer niedergelegt war, konnte noch im selben Jahr mit dem von Beat Consoni entworfenen Wohn- und Geschäftshaus begonnen werden. 

Bewusst entschieden sich die Bauherren für einen Architekten, der die Ästhetik des Sichtbetons zur Visitenkarte seiner Häuser macht. Wipflers wollten sich nicht nur zum innerstädtischen Standort und zum Gründerzeitviertel bekennen, sondern auch zu einer kompromisslos modernen Architektur. Manchen erschien dies als Widerspruch. So stieß die Idee, einen Sichtbetonbau zwischen Sandstein- und Putzfassaden zu stellen, nicht nur auf Verständnis. Auch kritische Stimmen wurden laut, was die Bauherren aber nicht von ihrem Weg abbrachte, so dass das Wohn- und Geschäftshaus als nicht alltägliches, gelungenes Beispiel modernen Bauens im historischen Bestand realisiert werden konnte. 
Die klare und auf das Wesentliche reduzierte Architektur, die konsequente Verwendung des Betons und die elegant eingeschobenen Fensterflächen, auch die hohen, lichtdurchfluteten Räume und der asketisch anmutende Innenhof – alle diese Merkmale zeichnen den Komplex aus und erhalten durch den Standort in G 7 weiteren Reiz. Neues begegnet Altem und tritt mit diesem in spannungsvolle Wechselbeziehung. Trotz aller Unterschiedlichkeit zum historischen Bestand wirkt das neue Haus jedoch nicht als Fremdkörper. Es passt sich vorhandenen Traufhöhen an, fügt sich in den Blockrand ein und greift mit der Gliederung in Vorderhaus, Innenhof und Rückgebäude die örtliche Bautradition auf. Doch ist das Haus weit davon entfernt, sich anzubiedern, vielmehr ruht es ganz selbstverständlich und selbstbewusst in sich. Es verleiht dem Viertel einen neuen Akzent und ist doch zu einem Bestandteil des Ortes geworden, für den es geplant und an dem es errichtet wurde. 

So wichtig der Sichtbeton für das Erscheinungsbild ist. Vielleicht ist es weniger dieses Material, sondern sind es vor allem die Fensterbänder, die das Bauwerk im Viertel so einzigartig machen. Sie signalisieren Offenheit, gewähren Ein- und Ausblicke, und wenn abends in den Räumen Licht brennt, strahlt das Gebäude in seine Umgebung – ein architektonischer Lichtpunkt in G 7. 

Dr. Andreas Schenk

Unser Gebäude wurde mit folgenden Preisen ausgezeichnet: